Loading color scheme

Cybersecurity wie schütze ich mich am besten vor unangenehmen Überraschungen?

Das Ausmaß der Cyberkriminalität hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Dadurch wurden bereits Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Doch anders, wie man vielleicht denken mag, erreichen die Täter weniger durch Sicherheitslücken in Systemen ihr Ziel als vielmehr durch Unachtsamkeit oder Manipulation von Menschen. Im Fachjargon spricht man hier von „Social Engineering“. Es bildet den Überbegriff für eine weitreichende Anzahl an Tricks und Versuchen über das Medium Mensch kriminelle Handlungen auszuführen.

Aufmerksamkeit und Wachsamkeit sind die wichtigsten Regeln, um nicht Opfer eines Angriffs zu werden. Außerdem gibt es ein paar grundlegende Alltagstipps, die Sie unbedingt befolgen sollten.

  • Lassen Sie sich beim Eingeben sensibler Daten, wie zum Beispiel beim Geldabheben, nicht über die Schulter schauen. Das gleiche gilt für Eingaben in (Geschäfts-)Laptops. Diese können, beispielsweise durch Anbringen einer Sichtschutzfolie, vor fremden Blicken geschützt werden.

  • Auch beim Telefonieren ist Vorsicht geboten. Sprechen Sie in der Öffentlichkeit möglichst leise über vertrauliche Informationen oder verschieben Sie das Gespräch. Auch wenn Sie von unbekannten Firmen angerufen werden, sollten Sie Vorsicht walten lassen. Handeln Sie nicht unüberlegt und voreilig, v.a. bei finanziellen Themen. Geben Sie keine firmeninternen oder persönlichen Informationen preis. Bevor Sie irgendwo zustimmen, prüfen Sie die Firma über deren Impressum oder fragen Sie in Ihrer Firma nach. Falls Ihnen etwas verdächtig vorkommen sollte, vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl und legen im schlimmsten Fall einfach auf.

  • Falls Sie Ihr Büro verlassen sollten, sperren Sie es ab oder schließen Sie zumindest sensible Dokumente ein. Sperren Sie Ihren PC, um vor unbefugten Zugriffen geschützt zu sein. Lassen Sie auch keine unverschlüsselten USB-Sticks mit sensiblen Daten rumliegen. Stecken Sie auch keine USB-Sticks von Unbekannten in Ihren PC. Vermeiden Sie es unbedingt Passwörter auf dem Schreibtisch liegen zu lassen, auch nicht, wenn Sie sie beispielsweise ein paar Buchstaben oder Ziffern vertauscht haben. Geben Sie Ihre Passwörter auch niemals an Kollegen weiter.

Niemals Links und Anhänge von Unbekannten öffnen!

  • Bei E-Mails ist ganz besondere Wachsamkeit verboten. Öffnen Sie niemals Anhänge von unbekannten Absendern. Insbesondere nicht, wenn es sich um offene Formate (darunter fallen z.B. Excel- oder Word-Dateien) oder ausführbare Dateien (.EXE) handelt. Auch Links sind tabu! Zweifelhafte Absender erkennt man meistens an Rechtschreib- und Grammatikfehlern sowie dem Fehlen einer Signatur. Schauen Sie sich außerdem den Absender genau an und fahren Sie mit der Maus darüber, um die richtige E-Mail-Adresse anzuzeigen. Eine beliebte Methode ist es nämlich die eigentliche E-Mail-Adresse zu verbergen, um eine auf den ersten Blick seriös wirkende Adresse anzeigen zu lassen. Andere Tricks per Mail sind zum Beispiel das Vortäuschen eines Sicherheitsvorfalls, wo Sie aufgefordert werden, persönliche Daten einzugeben oder Geld zu zahlen. Klicken Sie beim Nutzen des Browsers nicht auf Pop-Up-Fenster und laden Sie keine Dateien darüber herunter.

  • Vermehrt werden jetzt auch Social-Media-Kanäle genutzt, um an persönliche Informationen zu kommen. Überprüfen Sie deshalb regelmäßig Ihre Privatsphäreeinstellungen. Manchmal kann es durch Updates oder neue Features dazu kommen, dass Informationen angezeigt werden, die Sie eigentlich nicht preisgeben möchten. Vermeiden Sie es Firmeninfos zu posten oder Ihre Kontodaten offenzulegen. In Businessnetzwerken wie Xing überprüfen Sie Firmen oder Personen, die sich mit Ihnen vernetzen möchten, auf gegensätzliche Angaben, bevor Sie sie annehmen.

Wie Sie sehen, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie Kriminelle an wichtige Informationen über Firmen oder Privatpersonen gelangen können, um diese dann für ihre Machenschaften zu nutzen. Lassen Sie also stets Vorsicht walten und fragen Sie bei Unklarheiten zuerst bei Ihrem Vorgesetzten oder Sicherheitsbeauftragten nach, bevor sie handeln.

 

Foto: © pixabay