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Der „Big Mac“ als Währungsvergleich

Die Auswirkungen der Inflation sind für uns alle zurzeit spürbar. Ob erhöhte Benzinpreise, gestiegene Energiekosten oder die Preise beim täglichen Einkauf im Supermarkt. Alles wird derzeit teurer und unsere Kaufkraft nimmt ab. Einfach gesagt, bedeutet dies, dass wir für den gleichen Betrag nun weniger Waren in unseren Einkaufswagen packen können, wie noch vor ein paar Jahren.

Aber was hat das jetzt mit der Überschrift und dem „Big Mac“ zu tun?

Der bekannte Burger von McDonald’s hat es nämlich nicht nur durch den Geschmack zur Berühmtheit geschafft. Da es den „Big-Mac“ nahezu in jedem Land der Erde, in fast identischer Zusammensetzung und Qualität, zu kaufen gibt, hat er es zu einem guten Indikator geschafft, um Währungen auf der ganzen Welt simpel miteinander vergleichen zu können. Die jeweiligen Währungen werden dazu mit dem Dollar-Kurs verglichen, welcher den Faktor 1 darstellt. So lässt sich herausfinden, welche Währungen über- oder unterbewertet sind. Die Idee stammt aus dem Jahre 1986 und wurde von der Wirtschaftsredakteurin Pamela Woodall vorgestellt.

Wie genau funktioniert die Umrechnung?

Wir vergleichen zunächst die Preise des „Big Macs“ in Deutschland (5,49€) und den USA (5,81 US-$), um den „Big-Mac-Wechselkurs“ zu erhalten. Dieser wird wiederum mit dem tatsächlichen Wechselkurs verglichen. (1 US-$ entspricht 1,03€, Stand Okt./22).

1) 5,49 / 5, 81 = 0,94

2) 0,94 / 1,03 = 0,91

3) 1 – 0,91 = 0,09 = 9%

Der Euro ist dem US-Dollar also um 9 % unterbewertet. Man schätzt dadurch, dass der Wert des Euros in Zukunft noch ein wenig steigen könnte.

Das Land, in welchem der „Big Mac“ am teuersten ist, ist übrigens die Schweiz (6,71 US-$). Den günstigsten „Big Mac“ finden wir in Venezuela (1,76 US-$). (Stand Jan./22)

Selbstverständlich lässt sich die Kaufkraft eines Landes nicht nur anhand eines Produktes ermitteln. Andere Faktoren wie Steuern, Lohnkosten oder die Nachfrage nach dem Produkt spielen natürlich auch eine wichtige Rolle. Der „Big-Mac-Index“ dient also eher als ein Hinweis oder als eine schnelle Möglichkeit, wie sich eine Währung entwickeln könnte. In der Wissenschaft finden mit dem repräsentativen Warenkorb, der eine Zusammenstellung von verschiedenen Gütern und Leistungen darstellt, die in einem bestimmten Zeitraum gekauft und in Anspruch genommen wurden, weitaus präzisere Vergleiche statt.

 

Foto: © pixabay